EU-Projekt 2000 - 2003
Unter dem Titel "Krieg ist kein Kinder-Spiel" hat die Cultur-
Cooperation eine Ausstellung und Veranstaltungsreihe initiiert,
deren Ziel es war, die Öffentlichkeit für die Ursachen und lang-
fristigen Folgen von Krieg und Gewalt zu sensibilisieren und für
alternative Methoden der Konfliktprävention und gewaltfreien
Konfliktbewältigung zu werben.
Das Projekt bestand aus drei Bausteinen: Einer Ausstellung,
einem öffentlichen Begleitprogramm und einem Kinder- und Jugendprogramm, die unmittelbar miteinander verknüpft waren.
In Mittelpunkt stand die Ausstellung Ich hab’ den Krieg gezeichnet, mit Kinderzeichnungen aus der ganzen Welt, in denen Kinder und Jugendliche ihre Erlebnisse im Krieg dargestellt haben.
Die Bilder stammen aus der Sammlung von Françoise und Alfred
Brauner aus Paris.

 

Aus Teilen dieser Sammlung hat die CulturCooperation eine Ausstellung konzipiert, die bereits mit
großer öffentlicher Resonanz in über 150 Städten im In- und Ausland gezeigt wurde. Diese Ausstellung,
die in allen beteiligten Städten gezeigt wurde, sollte dazu dienen, in der Öffentlichkeit und den
Medien Interesse zu wecken, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Parallel zu der Ausstellung
wurde ein breites politisches und kulturelles Begleitprogramm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen,
Lesungen und Filmreihen angeboten, in dem verschiedene Aspekte des Thema aufgegriffen und ver-
tieft wurden. Der dritte Baustein, der einen Schwerpunkt des Projekts bildete, war das Kinder- und
Jugendprogramm, das mit spezifischen und altersgerechten Angeboten, auch Kindern und Jugend-
lichen einen Zugang zu diesem schwierigen Thema eröffnen sollte. Um möglichst viele Kinder- und
Jugendliche zu erreichen, wurden Angebote (Lesungen, Kindertheateraufführungen, Workshops)
gemacht, die in enger Kooperation mit Schulen durchgeführt wurden.

Diese Ausstellung und Veranstaltungsreihe wurde in Zusammenarbeit mit lokalen NRO als landes-
weites Kooperationsprojekt in jeweils 10 Städten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin-
Brandenburg durchgeführt.

Es hat sich in allen Städten sehr bewährt, die Eröffnung der Ausstellung jeweils an den Anfang der Veranstaltungsreihe zu stellen, weil die lokale Presse dieses Ereignis mit großem Interesse aufge-
griffen hat. So sind in nahezu allen Städten umfangreiche Berichte in den Tageszeitungen erschienen,
die überwiegend auch Abbildungen von den Kinderzeichnungen enthielten. In einigen Städten wurde in
den Medien auch ausführlich auf einzelne Veranstaltungen im Begleitprogramm eingegangen.
Die umfangreiche und breite Resonanz in der Presse hat den gewünschten Effekt gebracht, das Thema
Krieg in die Medien zu bringen und für die Ausstellung und Veranstaltungsreihe zu werben.

Die Veranstaltungen im Begleitprogramm hatten die Funktion, die durch die Ausstellung aufgeworf-
enen Eindrücke und Fragen zu vertiefen, zu konkreten Themen und Fallbeispielen Hintergrundinforma-
tionen zu liefern und Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln. Innovativ war die vielseitige kulturelle An-
näherung an das aktuelle, aber auch schwierige Thema.
Die Vorschläge, die von Seiten der Projektleitung für Lesungen, Filmreihen oder Kindertheaterauf-
führungen und Workshops ausgearbeitet wurden, sind in nahezu allen Städten aufgegriffen und mit
vielen eigenen Ideen und anderen künstlerischen Beiträgen ergänzt worden. Diese Veranstaltungen,
die sich überwiegend an Kinder- und Jugendliche richteten, aber auch im Abendprogramm für Er-
wach sene angeboten wurden, haben sich besonders bewährt, wie die guten Besucherzahlen und
die Reak-tionen der Teilnehmer gezeigt haben. Andere, eher klassische Informationsveranstaltungen,
wie Vorträge oder Podiumsdiskussionen stießen in der Öffentlichkeit auf deutlich geringeres Interesse.
Trotz der teilweise sehr geringen Besucherzahlen bei den Vorträgen wurden auch diese Veranstaltun-
gen ganz überwiegend als interessant und anregend empfunden, zumal sie auch Raum für einen inten-
siven Austausch geboten haben.

Durch die enge Kooperation mit Schulen und anderen Einrichtungen, wie Jugendbibliotheken, ist es
vielen Städten gelungen, auch Kinder und Jugendliche, die eine wichtige Zielgruppe darstellten, in das
Projekt einzubeziehen. Besonders viele Kinder und Jugendliche wurden dort erreicht, wo die Ausstell-
ung direkt in Schulen gezeigt wurde und das Thema Krieg auch von den Lehrkräften in verschiedenen Unterrichtsfächern aufgegriffen und vertieft wurde.
Die dafür zur Verfügung gestellten Medienkoffer, die ausgearbeitete didaktische Materialien zu ver-
schiedenen Themen enthielten, wurden von der CulturCooperation entworfen und in Einführungswork-shops, die in allen Städten angeboten wurden, interessierten Lehrern und anderen Multiplikatoren vor-
gestellt. Die Materialien wurden von vielen Lehrern und Lererinnen als interessant und hilfreich bewertet
und vor allem in den Schulen, die direkt an der Durchführung des Projekts beteiligt waren, auch intensiv
genutzt. Dass die Medienkoffer kostenlos zur Verfügung gestellt werden konnten und auch nach Ab-
schluss des Projekts in den Schulen oder Jugendbibliotheken blieben, wurde vielfach begrüßt.
Die umfangreichen und aufwendigen Materialien werden so auch weiterhin genutzt und bilden einen
Fundus für friedenspädagogische Aktivitäten, die auch von anderen Bildungseinrichtungen benutzt
werden können.
Dies gilt auch für die überarbeitete und aktualisierte Ausstellungsdokumentation mit Hintergrund-
berichten zum Thema Kinder und Krieg, die in allen Städten auf Interesse stieß.

Besonders gelungen war aus unserer Sicht das Veranstaltungsprogramm für Kinder- und Jugendliche, denen im Rahmen dieses Projekts auf sehr vielfältige Weise die Möglichkeit für eine Auseinandersetz-
ung mit den Themen Krieg und Gewalt geboten wurden. Neben dem weltweiten Kriegsgeschehen,
mit dem auch die Kinder bei uns alltäglich über die Medien konfrontiert werden und darauf auch durch-
aus reagieren, sei es mit diffusen Ängsten oder einer Faszination für militärische Handlungsmuster,
die Stärke symbolisieren, wurden eine ganze Reihe von Workshops durchgeführt, die Kindern und
Jugendlichen Raum gaben, diese Eindrücke, aber auch ihre eigenen ganz unmittelbaren Erfahrungen
mit Gewalt und ihr eigenes Konfliktverhalten zu reflektieren.

Das zentrale Anliegen, mit dem Projekt ein Forum für friedenspädagogische und gewaltpräventive
Vorhaben auf lokaler Ebene zu eröffnen, und in Kooperation mit Einrichtungen und AkteurInnen der
Kinder- und Jugendarbeit, BürgerInnen und interessierten Schulen, Bildungs- und Kultureinrichtungen,
Verbänden und Vereinen neue Aufmerksamkeit für eines der zentralen Zukunftsthemen zu gewinnen
und praktische Schritte zur Vernetzung zu unternehmen, konnte erfolgreich eingelöst werden.


Statistische Auswertung


 
Länder/Orte Anzahl der
Städte
Anzahl lokale
Kooperations-
partner
Besucher
Ausstellung
Teilnehmer
Veranstaltungs-
programm
Teilnehmer
Kinder-Jugend
Schulprogramm

2001
Niedersachsen
Groningen
Kulturprogramm



12
1
1

62
4
7

14.957
858
1.400

2.037
156
360

5.551
420
700
2002
Nordrhein-Westfalen
Utrecht
Den Haag
Johannesburg
Pretoria
Kulturprogramm

10
1
1
1
1
1


76
2
1
1
1
1


15.900
1.980
2.420
1.200
400
1.100

3.400
378
452
80
 -
300

3.100
160
612
 -
320
 -
2003
Berlin
Brandenburg
Wien
Rhenen
 
Abschlusskonferenz

Kulturprogramm


6
5
1
1
 
 

 


14
27
4
3
 
3

 


8.400
9.910
3.300
3.290
 
 

420


600
750
 
540
 
1.150

 


1.250
1.600
530
 
 
85

 

Gesamt
42
206
65.535
10.203
14.328

  Gesamtteilnehmerzahl: 90.066


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